Bachem Ba 349 A

Zu Ende des Dritten Reiches nahmen die Versuche deutscher Ingenieure, die Luftüberlegenheit der Alliierten zu brechen, teilweise seltsame Formen an. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Bachem Natter.
Die Natter war als Verlustgerät zum einmaligen Einsatz, jedoch unter Wiederverwendung bestimmter Baugruppen, geplant. Sie war fast vollständig aus Holz konstruiert.
Der Start erfolgte ortsgebunden, senkrecht von Startrampen (10 m), die zum Objektschutz bestimmter wichtiger Einrichtungen oder Anlagen an stragtegisch günstigen Plätzen aufgestellt werden sollten.
Die Vorteile dieser Einsatzart lagen auf der Hand. Hitlerjungen oder Freiwillige konnten nach nur kurzer und einfachster Ausbildung als Piloten eingesetzt werden. Somit entfiel eine langwierige Ausbildungszeit, da der Pilot nur den Endanflug auf das Ziel, einen schweren alliierten Bomber, und das Zielen, sowie das Abfeuern der Waffe zu beherrschen hatte.
Die Natter startete mit ihrem Walter Rakentantrieb HWK 109-559 und vier Feststoffboostern, die nach Brennschluß (10 sek.) abgeworfen wurden. Die Heranführung an das Ziel erfolgte durch Autopiloten, der vom Boden mittels Leitstrahl korrigiert werden konnte.
Erst kurz vor dem Ziel (1,5km) übernahm der "Pilot" das Ruder und steuerte die Maschine direkt auf den Feind zu. Unter einer Plexiglashaube in der Nase, befand sich eine wabenförmige Batterie aus 24 bis 34 drallstabilisierten Föhnraketen bzw. R 4M-Raketen, die nach dem Prinzip des Schrottschusses eine sehr hohe Treffergenauigkeit ergeben sollten. Der Pilot feuerte seine Munition auf einen Schlag ab.
Die Natter wurde durch die dadurch auftretende Schwerpunktverlagerung unsteuerbar. Jetzt kam eine weitere Eigenart der Einsatzmethode zum tragen. Der Pilot trennte den Bug der Maschine ab. Durch ein automatisches Fallschirmsystem sollte der Pilot und die wertvollsten Baugruppen(Antrieb und Steuerinstrumente) seperat sicher an Fallschirmen landen.
Es wurden noch ca. 40 Versuchsmuster und Vorserienmaschinen gebaut, aber es gibt nur einen bestätigten bemannten Startversuch vom 1.3.1945, der mit dem Tod des Piloten und Vollverlust der Maschine endete.
Zum Modell:
Der Bausatz ist in gewohnt guter Revellqualität mit sehr fein versenkten Gravuren, hoher Passgenauigkeit und ausreichend detailliert.
Sehr gut gelungen ist auch der beiliegende Startturm mit rechteckiger Grundplatte, der ohne viel Aufwand ein schönes Diorama abgibt.
Der Decalbogen ist sehr gut und lässt den Bau von drei Maschinen zu:
-Bachem Natter 349 A-1 (M52) April 1945 RLM 02
-Bachem Natter 349 A-1 (M55) April 1945 RLM 02/83
-Bachem Natter 349 A-1 (M55) April 1945 RLM 23/83
Bis auf 2-3 Kleinsteile wie Griffe und Hebel ist der Bausatz aus dem Karton gebaut, obwohl man in dem offen darzustellenden Cockpit noch einiges detaillieren könnte. Die Grundplatte habe ich einfach mit 600 Schleifpapier beklebt, ein paar Spuren, Unebenheiten und Flecken abgerieben
und ein paar Kleinteile aufgeklebt.
Abschließend kann ich nur sagen, das es sich hier um einen sehr guten Bausatz handelt, für den es auch ein Detailset gibt, um den Raketenofen im abgenommen Heckteil sichtbar darzustellen.
HIER MEINE FOTOS:






