Dornier Do 335 A

Man kann den deutschen Konstruktueren während des Dritten Reiches nicht vorwerfen sie wären konservativ gewesen, was die Wege zur Lösung von Problemen in jeglicher Hinsicht betrifft.
Die Dornier Do 335 ist wohl eines der besten Beispiele hierfür.
Claude Dornier hatte schon während des Ersten Weltkrieges ein Flugboot mit Motoren in Tandemanordnung gebaut (Riesenflugboot RS II) und mit der Do 18 von 1936 waren die konstruktiven Probleme, Fernwelle hinterer Propeller, an und für sich gelöst.
Das brachte Dornier auf die Idee auf dieser Basis einen einsitzigen Schnellbomber mit Tandemanordnug zu konstruieren. Das Patent dafür erhielt er am 3. August 1937 und entwickelte darauf hin das Schnellbomber-Projekt P.59-04.
Das Reichsluftfahrtministerium aber legte den Entwurf aufgrund der positiven Kriegslage 1940 zu den Akten. "Es müssen daher mit allen Mitteln die Vorhaben gefördert werden, die im Jahr 1940 bzw. bis zum Frühjahr 1941 zur Auswirkung kommen. Alle anderen Programme, die sich erst später auswirken, müssen, falls es die Belegung der Wirtschaft erfordert, zugunsten der obigen, laufenden (Anm.d.R.) Vorhaben, zurückgestellt werden." (Göring 1940 zu Reichswirtschaftsminister Funk)
Erst 1942 kam man wieder auf seinen Entwurf zurück, nachdem sich die Kriegslage deutlich verschlechtert hatte. Im Rahmen eines anderen Projektes eingereicht, sollte die Do 335 nun als Mehrzweck- Tag/Nachtjäger, Schnellbomber, Zerstörer und Aufklärer neu entwickelt werden.
Erst am 26. Oktober 1943 war der Prototyp startbereit. Das Flugzeug hatte sich mittlerweile in einen bedrohlich aussehenden Jäger gewandelt. Die Fortschritte in der Entwicklung verliefen aber nur schleppend, da die erforderliche Dringlichkeitsstufe durch das RLM nicht, bzw. zu spät, erteilt wurde. Vorrang hatten zu diesem Zeitpunkt die neuen strahlgetriebenen Me 262 und Arado 234.
Es wurden nur 37 Maschinen (Ein-und Zweisitzer) gebaut und weitere standen kurz vor der Fertigstellung. Der einsitzige Jäger erreichte ein Höchstgeschwindigkeit von 756 km/h und war mit Sicherheit eines der schnellsten kolbengetriebenen Flugzeuge des Zweiten Weltkrieges. Es war außerdem die zweite deutsche Maschine überhaupt, die mit einem Schleudersitz ausgerüstet war.
Zum Modell:
Der Bausatz von Monogramm ist sauber gespritzt und sehr detailiert. Leider sind die meisten Gravuren erhaben, was den guten Gesamteindruck aber nur ganz leicht zu trüben mag.
Es lassen sich zwei Versionen bauen.
-einsitziger Jäger der A-0 Vorserie VG + PH Werk.Nr. 240102
-zweisitziges Schul/Erprobungsträger A-12 Werk.Nr. 240113
Der Bausatz ist in ungewohntem grünem Plastik gespritzt, weshalb sich eine helle Grundierung empfielt. Beide Motoren lassen sich im geöffneten Zustand bauen und ermöglichen, ebenso wie das Cockpit, eine sehr detailierte Darstellung.
Man sollte beim Zusammenbau darauf achten, die Hohlräume der Tragflächen und des Rumpfes extra abzustützen, da es sonst bei späteren Arbeiten zu ungewünschten und bösen Überaschungen kommen kann (Passungenauigkeit und schlechte Stabilität).
Die Bauanleitung ist übersichtlich und enthällt nützliche Tipps. Auf die Farbangaben darf man sich aber nicht verlassen, sonst ist das Flugzeug z.B. nachher von unten babyblau (Revell 55)!
Ich habe mir damals den Bausatz gleich zweimal gekauft, um beide Versionen bauen zu können.
Dennoch habe ich sie ein wenig abgewandelt dargestellt.
Der Einsitzer wurde bei mir in die Werk.Nr. 240103 (VG+PI) statt 240102 (VG+PH) umgewandelt.
RLM 81/82/76
Der Zweisitzer wurde bei mir in die V 12 (CP+UM),
Prototyp der A-10 Schulfugzeuges, umgewandelt.
RLM 70/82/76
Abschließend kann ich nur sagen, das der Bausatz mir persönlich gut gefallen hat, auch wenn ich die Qualitäten erst beim zweiten Blick erkannt habe. Eine gute Alternative zu anderen Herstellern und ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältniss.
HIER MEINE FOTOS:






