Henschel Hs 123

Henschel Hs 123
Ernst Udet hatte Anfang der dreißiger Jahre in den USA die erfolgreichen Versuche des Sturzkampfbomberprinzips beobachten können. Er war von dieser Einsatztechnik so überzeugt, das er, zurück in Deutschland, auch das RLM von dieser Idee zu begeistern versuchte.
Trotz der Ablehnung seitens des RLM, entstanden auf privater Firmenbasis und mit ausgiebiger
Unterstützung des renomierten Ernst Udet, einige Versuchsmuster für diese Einsatzkonzept.
Eines dieser Versuchsmuster war die Henschel Hs 123.

Im Jahre 1936 entschied sich das RLM dann doch zur Ausschreibung eines Sturzkampfflugzeuges. Dies führte zur Mutter aller Stuka´s, der Junkers Ju 87.
Die Hs 123 galt wegen der Doppeldeckerbauweise als nicht mehr zeitgemäß und wurde statt dessen als Schlachtflugzeug eingeführt.
Sie hatte aber durch ihre Versuche und Einsätze bei der Legion Condor in Spanien maßgeblich dazu beigetragen, das RLM von dem Sinn des Sturzflugkonzeptes zu überzeugen.

DIe Henschel Hs 123 wurde ab 1936 an die neu aufgestellten Sturzkampfgeschwader ausgeliefert, um die Zeit bis zur Einführung der noch nicht serienreifen Ju 87 zu überbrücken.

Das Flugzeug war serienmäßig mit zwei durch den Propellerkreis schießenden 7,9mm MG 17, einem Zusatztank oder Bombe(250 Kg) an Unterrumpf-ETC und vier 50 Kg Bomben, an zwei Flügel-ETC´s, ausgeüstet.
Angetrieben wurde es durch einen 660 PS starken BMW 123 luftgekühlten Neunzylinder-Sternmotor.

Im Kriege spielte die Hs 123 nur im Ostfeldzug eine Rolle, wo sie sich als Nahkampfflugzeug einen Namen machte. Sie war sogar so erfogreich, das Frontverbände noch 1944 Ersatz forderten, der allerdings nicht mehr bedient werden konnte. Die Produktion war schon vier Jahre vorher ausgelaufen und die Vorrichtungen und Werkzeuge schon längst vernichtet.


Zum Modell:

Die Marke ESCI ist nicht gerade berühmt für ihre Flugzeugmodelle. Ich kannte die Firma früher eher als Hersteller von 1:72 Soldaten und anderem Kleinplastik-Spielzeug. Trotzdem ist dieses Modell nicht mein erstes von ESCI.

Die Gravuren sind zum Teil in erhabener, statt versenkter Ausführung. Das Plastik bei ESCI-Bausätzen ist, wie auch in diesem Fall, sehr weich und Bedarf vorsichtiger Behandlung. Das weiche Plastik neigt gerne dazu, zu verziehen. Ausgiebige Spachtelarbeiten sind die Folge.
Das Cockpit ist dürftig ausgestattet und kann noch detailliert werden. Das Instrumentenbrett zum Beispiel ist ein Abziebild.

Die Bauanleitung dagegen ist sehr gut bebildert und lässt keine Fragen offen. Die Farbangaben scheinen alle korrekt und sind in RLM-Nummern angegeben.
Ich habe hier auch zum ersten Mal gut beschrieben und bebildert gesehen, wie man sich Plastik über einer Flame erhitzen soll, um daraus ein Bauteil selber herzustellen. Die Methode wende ich zwar schon seit langem an, aber ich habe schon oft Bauanleitungen gesehen, in denen diese Trick als selbstverständlich angesehen wird. Ein sehr nützlicher Hinweis für Anfänger.

Die Decals sind nicht sehr umfangreich und von mittellmäßiger Qualität, was in meinem Fall aber auch an Überlagerung gelegen haben könnte.

Folgende Maschinen lassen sich darstellen:

-Henschel Hs 123 A-1 Grupo 24 "Legion Condor"
-Henschel Hs 123 A-1 II. SG. 2
-Henschel Hs 123 A-1 II. SG. 9 "Rolf von Zahradnicek"


Die meisten Teile des Bausatzes habe ich nach üblicher Entgratung, so übernommen. Nur das Pitotrohr, die mittleren Tragflächenstreben, die Einstiegsleitern (viel zu dick) und die Windschutzscheibe habe ich selber angefertigt. Außerdem konnte ich es mir nicht nehmen lassen, das BMW-Emblem dem nachher beim Modell gut zu sehenden Motor, hinzuzufügen.

Wer will kann auch noch die Fahrwerksverkleidung abnehmen, muss dann allerdings die Fahrwerksbeine selber anfertigen. Bei den Frontverbänden wurden diese Verkleidungen, wegen Verschmutzung und dadurch drohenden Blockierungen, oft abmontiert und weggelassen.

Fazit:
Ich habe noch keinen anderen Hersteller dieser Maschine in diesem Maßstab gesehen. Wer es jedoch in seine Sammlung aufnehmen will, kommt um diesen Bausatz nicht herum. Nicht für Anfänger geeignet aber sehr selten.

HIER MEINE FOTOS: