Heinkel He 178

Heinkel He 178
Das erste Strahlflugzeug der Welt hob am 27. August 1939 zum Jungfernflug ab.
Mit Erich Warsitz am Steuer zeigte sich schnell, das der Weg, den die Heinkel-Flugzeugwerke zu Beginn des Jahres 1936 eingeschlagen hatten, in eine zukunftsweisenden Richtung zeigte.

Heinkel arbeitete 1936 an der Verwirklichung eines einsatzreifen Raketenflugzeuges, als von dem Göttinger Physiker Pabst von Ohain das Prinzip des Strahlantriebes entscheidend weiterentwickelt wurde.
Auf eigene Kosten entwickelte Heinkel das He S1 Triebwerk. Es lief im September 1937 auf dem Prüfstand, war aber mit 130 kp(kilopoint) Schub noch viel zu schwach.
Das weiterentwickelte Triebwerk He S3 brachte es 1938 dann auf regelbare 450 kp Schub.

Gleichzeitig mit den Arbeiten an dem He S3 wurde ein Flugzeug für das neue Triebwerk konstruiert.
Bevor die He 178 zum Einbau der Strahlturbine bereit war, brannte das dafür vorgesehene Aggregat nach einem Flugunfall völlig aus.
Als Konsequenz daraus musste das noch wenig erprobte und leistungungsstärkere He S3 B eingbaut werden, mit dem dann der besagte Erstflug standfand.

Die He 178 V-1 war ein Hochdecker mit metallischen Schalenrumpf mit versenkter Nietung,
die Tragflächen waren aus Holz. Der Pilot war vorne im Rumpf noch vor der Flügelvorderkante in einem winzigen Cockpit untergebracht. Das Flugzeug hatte ein Einziehfahrwerk,
alle Testflüge fanden jedoch mit verkleidenen Fahrwerksschächten und ausgefahrenem Fahrwerk statt.

Das Reichsluftfahrtministerium (RLM) zeigte jedoch trotz mehrere erfolgreicher Vorfürflüge wenig Interesse an der neuen Technik. Wegen des sich abzeichnenden Krieges, konzentrierte sich das RLM auf die bewährten und bereits im Einsatz erprobten Kolbenflugzeuge.
Diese neue zukunftsweisende Technik kam somit erst Jahre später zum Einsatz und ist bis heute das Standardtriebwerk der Luftfahrt.

Ein zweiter Prototyp mit vergrösserten Tragfächen ging aufgrung der Ablehnung durch das RLM nicht mehr in die Rollversuche.Die Arbeiten an der He 178 waren aber nicht vergebens. Die Ergebnisse flossen in die Entwicklung der He 280 ein, das erste zweistrahlige Flugzeuge der Welt. Die He178 V-1 wurde 1943 bei einem alliierten Bombenangriff zerstört.


Zum Modell:

Wer die tschechische Marke Condor kennt,
dem brauche ich nicht viel über die Qualität des Spritzgußrahmens zu sagen.
Die meisten Teile kleiner als 10mm sind einfach nicht zu gebrauchen. Sie lassen sich aber leicht aus Resten oder Plastik-Sheet ziehen oder herstellen.
Die Cockpithaube ist in einem Stück, sehr dick und nicht die Allerklarste. Ich habe das Cockpit offen dargestellt und die Haube dafür zersägt. Im Idealfall sollte man sich die Haube selber ziehen. Ich habe darin aber noch nicht so viel Erfahrung und bin diesen Kompromiss eingegangen.

Es wäre nämlich sehr schade, wenn mann in dieses Cockpit nachher nicht mehr reinschauen könnte.
Der Bausatz ist mit einer kleinen Ätzteilplatine ausgestattet (14 Teile), die es einem ermöglichen, das Cockpit mit Instrumentenbrett(mit Farbfilm), Anschnallgurten, zwei Seitenkonsolen und sehr feinen Pedalen auszurüsten. Das Cockpit habe ich nach Bildern und Zeichnungen noch weiter detailiert.
Desweiteren ist ein Seitenruderausgleich, die Fahrwerksklappen und die Hauptfahrwerksträger aus Ätzteilen dabei.

Die Bauanleitung ist sehr dürftig und zeigt in ganzen "zwei" Schritten, wo ungefähr man welches Teil anbringen soll. Das angebotene Tarnschema erschien mir nach intensiver Recherche als sehr wahrscheinlich und ich habe es übernommen.
Auf der Rückseite des Kartons befinden sich ein paar hilfreiche, gezeichnete Farbbilder von einigen Details.

Beim Bau des Modells war es schwer herauszufinden, wo und wie das Fahrwerk angebracht werden soll. Ich habe mich entschieden die Fahrwerksschächte offen darzustellen. Es war allerdings nicht einfach, die Funktionsweise des Fahrwerks anhand der mir vorliegenden Informationen nachzuvollziehen. Auch die genaue Beschaffenheit der Fahrwerksschächte war mit den Fotos die ich habe nicht zu klären. Ich kann jedoch mit der Darstellung die ich gefunden habe recht gut leben. Sie entspricht nach langen Recherchen am wahrscheinlichsten der Realität.

Das Flugzeug hatte die Ansaugöffnung in der Flugzeugnase und die Luft wurde über einen Tunnel unter dem Cockpit hindurch zum Triebwerk geleitet. Jenes befand sich hinter dem Cockpit in der Flugzeugmitte.
Beim Modell wird die Öffnung im Inneren durch ein Bauteil über den ganzen Querschnitt verschlossen.
Ich habe das dahingehend geändert, das ich dieses Bauteil halbiert und dadurch den Lufttunnel unter dem Cockpit angedeutet habe.

Die Austrittsdüse kann nach den Berichten die ich gelesen habe, auf keinen Fall so ausgesehen haben, wie das vorgesehene Teil aus dem Bausatz. Es war mir aber auch nicht möglich zu erfahren, wie die Düse nun tatsächlich ausgesehen hat. Also habe ich sie mit einer für damals üblichen Abdeckung, wie ich sie auf einem Foto entdecken konnte, versehen.
An der linken Seite habe ich einen Tankverschluss geöffnet dargestellt. Außerdem habe ich Seiten-,Höhen- und Querruder ausgesägt, neu angefertigt und in ausgeschlagener Stellung wieder angebracht.

Die beiliegenden Abziehbilder für den Heinkel-Schriftzug zerfielen nach Berührung mit Wasser. Den Schriftzug habe ich dann sehr mühselig mit der Hand aufgepinselt. Noch ein paar Abziehbider aus der Restekiste und das Modell war fertig !


Fazit:

Wer dieses sehr formschöne Modell in seine 1:48 Sammlung aufnehmen möchte, kommt um diesen Bausatz wohl nicht herum. Es ist soweit ich weiß, der einzige Bausatz dieses Flugzeuges in 1:48.
Mit ein bisschen Erfahrung lässt sich aus dem Bausatz aber ein sehr schönes Modell bauen.



HIER MEINE FOTOS: